Jean-Jacques Scharlatan - The Fötus i The Mikrowälle

Jean-Jacques Scharlatan - The Fötus i The Mikrowälle

Format: CD-Album
Stil: Hip-Hop
Textsprache: Mundart
erschienen: 12.10.2012
Jahrzehnt: 10er Jahre

Fontastix-Bestellnummer: 323087
Bei Fontastix seit: 24.10.2012
Label: Boxton / Flashdigga

Künstler-Website: http://www.flashdigga.ch


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Tracks

Wie schon 'Meyers kleines Tierlexikon für Kinder' in seiner Erstauflage vermerkte, ist Scharlatans Lyrik die Ursuppe von Musik; der Definitionsstandard von Klang und Geist als rappende

Einheit. Es verwundert nicht, dass Scharlatans erstes Solowerk The Fötus i The Mikrowälle, das er laut Wikipedia eigenständig geschrieben und produziert hat, auf den Siedepunkt der bouncenden Harmonik zusteuert, während die Musikpädagogik feststellt, dass sie sich um ein

weiteres Kapitel erweitern muss.

Ganz alleine kann ein solches Werk aber selbst ein Scharlatan nicht erarbeiten. So sind Geräusche von Jean-Jacques’ Freunden Roli Räp und Mikado Mic auf der CD zu hören. Nuka und Maddy singen auf einzelnen Tracks, während DJ Little Maze sich scratchend beteiligt.

Jean-Jacques Scharlatans Weg als feste intellektuelle Grösse aus dem Raum Winterthur, begann

in den 80ern. Er wurde gezeugt von einer Krankenschwester und einem Automechaniker, die

wegen politischen Unruhen und wirtschaftlicher Instabilität von Prag in die Schweiz geflüchtet sind. Zweisprachig aufwachsend und das Handwerk des Bibliothekars erlernend, ist er heute besonders als freischaffender Journalist, Bibliothekar, Fotograf, Nachtclub-Mitarbeiter sowie als

Musiker bekannt. Er instituierte gemeinsam mit seinen Freunden Burna und Mikado Mic das Künstlerkollektiv Flashdigga, welches unter anderem Tonträger von Flashdigga und WTK

veröffentlichte. Jean-Jacques Scharlatan streift durch Parks, Friedhöfe und hängende Gärten, er besucht Nonnen-Orden, Saloons und Hunderennen, um das soziale Gewissen der Schweiz in seiner Gänze zu erfassen. Er liest den Welt-Allmanach und passt Kulturschlampen auf ihrem Weg zur Fondation Beyeler und dem Fotomuseum ab, nur um uns auf diesem Album vor ihnen zu warnen. Scharlatan ist eine Referenz für das Ausloten der politischen Bedürfnisse in Bundesbern, Teheran

und Lomé, ohne sich von diesen zu vereinnamen. Hörer, lasse dich nicht erschrecken durch Jean-Jacques' Hang zu Kuriosem wie Pestmasken oder Samples von Joe Lang. Indem er Gefahren aufzeigt, schafft er Chancen. Indem er im Topf rührt,

verflüssigt er und lässt die heisse Luft steigen. Also, steig auch aufs Mutterschiff, schliess die Augen und geniess 'es': de verruchtischt Digga us Seuzach City! Irie!