Antonio Malinconico e Amici - Tempesta

Antonio Malinconico e Amici - Tempesta

Format: CD-Album
Stil: Worldmusic
Textsprache: instrumental
erschienen: 28.2.2010
Jahrzehnt: 10er Jahre

Fontastix-Bestellnummer: 322774
Bei Fontastix seit: 14.12.2010
Label: greenhorn records

Künstler-Website: http://www.antonioeamici.ch


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Tracks

Ein Plädoyer der Leidenschaft.

Zusammen mit Thomas Sonderegger an der Gitarre und Martin Lorber am

Akustikbass hat sich der virtuose Chitarrista ganz dem Thema Sturm unterworfen.

Für Malinconicos akustisches Trio ist „Tempesta“ mehr als eine wohlklingende

Worthülse, vielmehr ist das Leitmotiv des Sturms in all seinen Schattierungen und

Nuancen in den sensibel arrangierten Eigenkompositionen omnipräsent. Wer gerne in

trennscharfen Musikkategorien denkt, wird sich schwer tun, die Klänge des

kongenialen Trios in einen sicheren stilistischen Hafen zu überführen. Stattdessen

lebt und atmet Malinconicos Musik jene Weltoffenheit, die nur dem Leben eines

Reisenden wirklich eigen ist. Zwar ist bald einmal unüberhörbar, dass es dem

Neapolitaner bei seinen Trips vor allem die südamerikanische Folklore und

insbesondere die reichhaltige Welt der argentinischen Musik besonders angetan hat,

doch denkt und verdichtet der Komponist und Arrangeur seine Eindrücke weiter und

lässt daraus poetische Alltagsgeschichten im universellen Dialekt der Weltmusik

entstehen.

Obwohl die Musiker Antonio Malinconico, Thomas Sonderegger und Martin Lorber

dank ihrer fundierten musikalischen Ausbildungen über Virtuosität und eine

herausragende Technik verfügen, läuft das Trio nie Gefahr, bei seinem Treiben in

selbstgefällige technische Übungen abzudriften. Stattdessen überzeugt das Ensemble

mit einer aussergewöhnlichen Dynamik, reichert jene mit einer schier

ungeheuerlichen Spielfreude an und erreicht in den besten Momenten schlicht den

Ausdruck purer Leidenschaft. Ihr selbst erklärtes Publikum sind denn auch nicht die

Instrumentalisten dieser Welt, sondern die Herzen all jener Menschen, die sich für

eine Weltumrundung oder auch nur einen Regentanz lang verführen und berühren

lassen wollen.

„Ein Sturm passt nicht in die Form eines Sonetts. Er bewegt sich nicht in Endreimen

und hält sich an keine vorgegeben Worte“, schrieb der grosse karibische Dichter

Edward "Kamau" Brathwaite anfangs des letzten Jahrhunderts sehr zum Ärger der

britischen Literaturpuristen. Was für die Literatur gilt, gilt allemal für die Musik. Auch

deshalb oder gerade darum versuchen Antonio Malinconico e Amici dem sich

aufbäumenden, abklingenden, böigen, orkanartigen, oder sich mit Regen

entladendem Sturm mit dem Liebkosen, Streicheln, Zupfen, Schlagen, Dämpfen oder

auch mit dem perkussiven Bearbeiten ihrer spanischen Gitarren zu begegnen. Ihr

akustischer Klang bleibt dabei stets ein natürlicher und ihre Arrangements sind

bewusst so luzide, dass stets Raum für Spontanes – das Momentum selbst bleibt.

Nichts ist nach einem Sturm wie zuvor, und das ist gut – sehr sogar.