Trio Euter - Büsi

Trio Euter - Büsi

Format: CD-Album
Stil: Rock - Mundart
Textsprache: Mundart
erschienen: 12.12.2006
Jahrzehnt: 00er Jahre

Fontastix-Bestellnummer: 321860
Bei Fontastix seit: 08.12.2006
Label: Pfünderli Records

Künstler-Website: http://www.trioeuter.ch


CHF 27.90

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Tracks

Das muss man sich vorstellen: Es stehen drei Vorstadtsennen in der Stube von einem Chalet auf der Bettmeralp. Sie haben einen fantastischen Ausblick über die Berge. In der Stube stehen Mikrophone, ein kleines Schlagzeug, eine Bassgeige und eine akustische Gitarre. Dann legen sie los, die drei vom Trio Euter, mit ihrer Rock’n’Roll-Stubete. Die geht live aufs Band, ohne Tricks, ohne doppelten Boden oder Effektgeräte, richtig unplugged wie man so sagt.

Die Texte, die die drei singen, kennt jeder. Das Buurebüebli, die wissi Geiss dot äne am Bergli, die grasenden Ramseyers, das Härzeli wie nes Vögeli und min Vatter isch en Appizäller. Aber die Musik dazu, die kommt uns spanisch vor. Das Buurebüebli swingt, die wissi Geiss schlägt aus, die Ramseyers schleichen durch finstere Töne, der Appizäller kracht genauso wie sein Teller und eis Ding könnte auch ein nonchalantes Grossstadtchanson sein. Rock’n’Roll eben.

Mit dem Ländler hat es das Trio Euter nicht so. Was wir heute unter diesem Begriff verstehen, wurde im 19. Jahrhundert geschrieben fürs Entertainment der Kurgäste. Mit der überlieferten, alten Volksmusik hat das nur noch wenig zu tun. Trotzdem war die neue Form so erfolgreich, dass sie die alte über weite Strecken verdrängte: Ein grosser Teil der Schweizer Volksmusik ging damals verloren.

Vielleicht liegt es daran, dass der Rock’n’Roll auch in der Schweiz auf fruchtbaren Boden und begeisterte Ohren stiess. Oder ist es, weil der Blues halt auch in unseren Tälern einleuchtet? Man muss ja nur mal einem Alphorn zuhören… Und wenn der plaaged Hansli nicht den Blues hat, ja was denn dann?

Bei aller Begeisterung für die Musik, die Songtexte waren und sind eine andere Geschichte. Carl Perkins’ blaue Wildlederschuhe musste man in der Schweiz erst importieren. Und für Grossstadt-Reportagen wie die von Lou Reed aus Downtown Manhattan ist sogar das greater Züri zu klein. Der Rock’n’Roll packte uns Fernwehbergler halt mit seinem lüpfigen Beat. Texte haben wir selber und die sind genauso frech, wehmütig oder lüstern. Schliesslich ist uns unsere Musik abhanden gekommen aber nicht unsere Hirne, Zungen und Herzen.

Das Trio Euter macht, was längst schon auf der Hand lag: Es schneidert den alten Texten ein neues Gewand und macht dem Rhythmus Beine, damit den nervösen Computergoofen das Gesicht nicht einschläft. Dann stellt es sich hin, das Trio, mit seiner Bassgeige und dem Trömmeli und der Gitarre und stubet drauflos, dass es die Gamer plötzlich nicht mehr in den Daumen sondern in den Füssen juckt. So holt man Blockbewohner hinter ihren Zentralheizungen hervor.

Nur eines haben wir nicht verstanden. Warum haben die Euterbuben auf der Bettmeralp die Idee gehabt, ihre Platte „Büsi“ zu taufen? `S esch nämlich gar en heissi Chatz mit aagmalete Chralle!